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Urlaubsvorbereitungen mit Hindernissen

Wir fahren nach Berlin! Morgen ist es soweit. Ich freu mich total auf die Hauptstadt. Wir waren relativ am Anfang unserer Beziehung in Berlin. Die Erinnerungen an die Stadt sind sehr schön und wir haben uns direkt in Berlin verliebt. Mein Mann hat mir zum Geburtstag Konzertkarten für meine Lieblingsband in ihrer Heimatstadt Berlin geschenkt. Ich habe mich tierisch gefreut, ich liebe diese Band. Und die Stadt. Ein besseres Geschenk konnte er mir nicht machen.

Relativ zügig haben wir alles gebucht, was wir für den Urlaub brauchen. Zugtickets, Hotel, Aktivitäten. Kurz darauf habe ich eine Mail bekommen von meiner Lieblingsband. Sie müssen die Tour aufgrund privater Vorkommnisse verschieben. Nun gut. Wir überlegten hin und her, entschieden uns aber für die Reise. Wir freuen uns trotzdem auf Berlin, auch ohne die beste Musik der Welt. Der Termin wird Gott sei Dank nachgeholt.

Seit einer Woche kann ich nicht mehr gut schlafen. Ich bin so nervös und voller Vorfreude, dass ich ständig darüber nachdenke, ob wir etwas vergessen haben, ob alles gut gehen wird. Wir fahren mit dem Zug nach Berlin. Ich fahre zum ersten Mal mit dem ICE. So nervös war ich noch nie vor einer Zugfahrt. Jeder, der schon mit dem ICE gefahren ist, erzählt mir wie angenehm die Fahrt ist. Ich bin ziemlich gespannt. Mein Mann ist zurzeit beruflich etwas eingespannt und privat ist oft viel los. Daher haben wir uns auch noch keine Gedanken gemacht, was wir genau in Berlin anschauen, außer den Reichstag und die blauen Männer. Das macht mich äußerst unsicher und unruhig. So ungeplant sind wir sehr selten unterwegs.

Denk dir nicht schon vorher alles kaputt.

Und wieder falle ich in alte Muster zurück. Ich sehe alles negativ und bin fast schon ängstlich. Wenn Du meinen letzten Blogeintrag Jede Krise ist eine Chance gelesen hast, wirst Du merken, dass ich schon fast in der Panikzone bin. Hier nochmal die Erklärung der dritten Zone.

Panikzone
Die dritte Zone ist die Panikzone. In dieser Zone geraten Menschen leicht unter großen Stress bis zur Panik. Das passiert, wenn die Aufgaben vollkommen unklar und unbekannt sind, die Umgebung und Abläufe fremd sind. Das Gefühl der Überforderung stellt sich ein und kann mit psychischen Symptomen wie Zittern und Schweißausbrüchen einhergehen. Wird die Situation gemeistert stellt sich ein Erfolgserlebnis ein.

Wenigstens mit dem Packen wollte ich frühzeitig dran sein. Ich holte also den Koffer aus der Ecke und musste dann feststellen, dass dieser ja bei der letzten Reise kaputt gegangen ist. Na wunderbar. Okay, dann nochmal los und irgendwo einen Koffer kaufen. Ich kaufte einen wirklich süßen Koffer für wenig Geld. Und nun sitze ich vor dem Koffer und kann mich kaum überwinden zu packen. Warum weiß ich selbst noch nicht.

Ich glaube, ich bin mittlerweile ganz gut in der Selbstreflektion. Aber manchmal kann ich meine Gefühle und Gedanken nicht zuordnen. Meistens, wenn ich überfordert bin. Und genau das ist es, was ich aktuell bin. Überfordert.

Der Perfektionismus und seine Hürden

Ich versuche immer alles so perfekt wie möglich zu machen, egal ob beruflich oder privat. Und genau das ist ein Teil der Denkweise, die mich zu der jetzigen Situation gebracht hat. Leider habe ich noch kein Konzept entwickelt, wie ich das umgehen kann. Oder wenigstens besser damit umgehen. Ich versuche natürlich daran zu arbeiten. Eine für mich gute Option ist das Arbeiten mit Fimo. Das ist eine Modelliermasse für Erwachsene, es gibt allerdings auch etwas für Kinder. Es gibt zwei grundlegende Arten von Fimo. Die lufthärtende und die ofenhärtende Modelliermasse. Letzteres versuche ich aktuell. Erste Ergebnisse kann ich Euch bei Bedarf zeigen. Allerdings finde ich meine Arbeiten noch nicht gut genug, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Und da haben wir es wieder – den Perfektionismus. Ich sollte eigentlich stolz drauf sein, da ich noch nie sonderlich gut in kreativen Arbeiten war. Nun ja.

Es blockiert mich natürlich nochmal zusätzlich zu der Depression. Es ist auch für mich unglaublich anstrengend, meinen hohen Erwartungen zu entsprechen. Aber bekanntlich kann man nicht „raus aus seiner Haut“. Also arbeite ich immer weiter an mir.

Vielleicht stellt dich das Leben gerade auf die Probe.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Da ich sozusagen eine Woche Urlaub habe, werde ich Zeit für höchstens einen Blogeintrag haben. Ich nehme Euch allerdings liebend gerne mit auf unsere Reise. Folgt mir dazu gerne auf Instragram (jessiie_x). Hier werde ich regelmäßig Storys posten. Ich freue mich wahnsinnig auf die Zeit, ein bisschen abschalten und natürlich Sightseeing. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sich die Flucht aus dem Alltag durchaus positiv auf meine Heilungsphase auswirken wird.

Natürlich habe ich diesbezüglich mit meiner Krankenkasse gesprochen und diese wurde ordnungsgemäß informiert. Solltet Ihr im Krankenstand sein und Krankengeld beanspruchen, meldet einen Urlaub bitte Eurer Krankenversicherung – aber ich denke, dass das ganz natürlich ist. Zumindest für mich. Da die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sich die Rentenversicherung mit dem Entschluss meldet, ob ich in eine Reha kann oder nicht, habe ich auch meiner Sachbearbeiterin gesagt, sie darf mich jederzeit anrufen.

Schreibt mir gerne, wenn Euch weitere Themen interessieren oder wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt. Diese werde ich im Urlaub sammeln und dementsprechend auswerten.

Wichtig ist, sich bei suizidalen Gedanken Hilfe zu suchen. Bitte scheut Euch nicht, Hilfe anzufordern. Jeder braucht mal Hilfe. Mit diesem Slogan wirbt auch die TelefonSeelsorge Deutschland. Bitte nehmt diesen Service wahr, wenn Ihr Gedanken habt, die nicht richtig erscheinen. Egal, wie verzweifelt Ihr seit, es gibt IMMER – absolut IMMER – einen Weg bzw. eine Alternative!

Telefonnummer der TelefonSeelsorge Deutschland:
0800/111 0 111
0800/111 0 222
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Auf der Website könnt Ihr euch auch schriftlich mitteilen oder einen Standort in Eurer Nähe suchen.