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Selbstfindung

Wie in meinem letzten Artikel erwähnt, möchte ich euch heute von meinen Gedanken zur Selbstfindung erzählen. Obwohl es ein sehr interessantes Thema ist, spricht kaum einer darüber. Das ändern wir jetzt.

Oft stelle ich mir die Frage, wer ich bin und wohin meine Reise gehen soll bzw. wird. Häufig stehe ich mir gefühlt mit meiner Angst selbst im Weg. Die Angst, dass mich jemand nicht mögen könnte, wenn ich „wirklich so bin, wie ich bin“. Aber wer bin ich wirklich? Ich merke oft, dass ich gewisse Verhaltensmuster von meinen Freunden übernehme, ohne sie wirklich jemals zu hinterfragen. An sich selbst zu denken ist egoistisch – zumindest wird einem das schon in der Kindheit beigebracht. Außerdem finde ich meine Träume und Ziele oftmals kindisch. Und für eine berufliche Umorientierung bin ich sowieso zu alt.

Mit diesen Sätzen grenzen wir uns und unsere Möglichkeiten täglich ein. So verpassen wir wahrscheinlich tausende von Gelegenheiten über uns selbst hinaus zu wachsen. Lange Zeit haben wir gelernt, uns zu verbiegen oder es allen recht machen zu wollen. Die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt und sich selbst hat man einfach vergessen. Die Phase der Selbstfindung haben meist junge Erwachsene. Dazu zähle ich mich nicht mehr, aber dennoch stelle ich mir so einige Fragen. Und es wäre wirklich schön, die eine oder andere Antwort zu finden.

Das bedeutet Selbstfindung

Selbstfindung bedeutet, dass du deine inneren Wünsche und Bedürfnisse kennst. Du weißt ganz genau, was dir gut tut, was du liebst und was du kannst. Mit diesem Wissen kannst du das Beste aus dir herausholen und nahezu täglich glücklich und erfolgreich sein. Sagt man zumindest.

Selbstfindung hilft dir dabei, Klarheit zu finden. Dann kannst du dir Ziele stecken und diese auch erreichen.

Das Problem an der Selbstfindung

Du kannst sein, wer du willst. Du wirst dir jetzt denken: „Das ist doch positiv! Jetzt hat sie sie nicht mehr alle.“. Prinzipiell ist das richtig. Es ist toll, dass uns alle Möglichkeiten offen stehen. Du musst nicht mehr denselben Beruf ausüben wie deine Eltern. Es steht dir frei, in welchem Gebiet du leben möchtest. In der Stadt oder doch auf dem Land? Oder doch lieber mit einem Rucksack bepackt durch die Welt touren?

Du kannst alles sein. Unternehmer oder Angestellter, Top-Manager oder Sozialarbeiter. Die Möglichkeiten sind unendlich. Und das ist auch gut so. Wirklich. Aber dennoch sind diese Optionen zu viel für die Seele.

Mir ging es bei der Berufswahl so. Mir standen damals alle Türen offen. Sollte ich doch mein Abitur machen? Oder nicht doch lieber eine fundierte Ausbildung? Möchte ich in den sozialen Bereich oder in den kaufmännischen? Ja, ich war damals schon überfordert. Natürlich kann man eine schlechtere Wahl als Bürokauffrau treffen, aber trotzdem wünsche ich mir heute, mich etwas anders entschieden zu haben.

Du probierst gefühlt tausend Wege aus, findest aber nie den einen richtigen Weg zum Glück und Erfolg.

Was nützt die Selbstfindung?

Diese Frage ist eigentlich leicht beantwortet. Um ein glückliches und entspanntes Leben zu führen, kann es helfen, sich mit seiner Persönlichkeit, Werten, Wünschen und Gewohnheiten zu beschäftigen.

Wenn du ein tiefes Gefühl für dich entwickelst, lernst du dich erst wirklich kennen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, erst wenn wir uns selbst kennen, können wir uns auch leichter akzeptieren. Wenn wir diese Hürde erst einmal gemeistert haben, steht uns nichts mehr im Weg um zu wachsen – über unsere Ziele und bisherigen Einschränkungen.

Du wirst merken, dass du viel mehr Selbstmitgefühl hast, als noch vor der Reise zu dir selbst. Du wirst auch viel entspannter mit dir und der Welt umgehen als bisher.

Wie finde ich zu mir selbst?

Vorweg muss ich sagen, dass die Selbstfindung ein langer und immer wiederkehrender Prozess ist. Wichtig ist, dass du das erkennst und akzeptierst. Du wirst sehr viel Zeit mit dir selbst verbringen und immer wieder in dich hinein horchen. Nur so erkennst du, wer du wirklich bist.

Du wirst deine Schwächen entdecken – aber bitte versuche sie nicht zu ändern, sondern zu akzeptieren. Selbstfindung hat nichts mit Änderung zu tun. Für mich persönlich steht im Vordergrund, dass ich merke, dass ich gut bin so wie ich bin. Und um das zu erreichen, muss ich auch meine Fehler akzeptieren, egal wie sehr ich mich dafür hasse. Es geht also darum, wieder mehr Zeit mit sich selbst zu verbringen und genauer in sich hineinzuhorchen. Außerdem geht es nicht darum, eine Mängelliste zu erstellen, sondern so objektiv und vorurteilsfrei wie möglich zu erkennen, wer wir wirklich sind.

Wenn dies nämlich nicht der Fall ist, wirst du mit Sicherheit von Schuldgefühlen und alten Denkmustern geplagt. Doch sei dir im klaren, dass es dich nur ein einziges Mal gibt und deshalb bist du so unglaublich wertvoll. Und genau aus diesem Grund lohnt es sich, mehr über sich zu erfahren.

Sorge dich zu allererst gut um dich. Erfülle dir deine Bedürfnisse und gehe liebevoll mit dir um. Nimm dich ernst und stehe zu dir.

Lege die „Masken“ ab

Du willst wissen, wer du wirklich bist – dann lege zuerst deine „Masken“ ab. Das kann unangenehm werden oder auch Unbehagen hervorrufen. Wir wollen schonungslos unser wahres Ich sehen, damit wir es irgendwann annehmen können. Und dann, genau dann, sind wir frei. Weil wir nicht mehr glauben, dass wir unsere „Maske“ tragen müssen, um anderen zu gefallen.

Wenn wir uns selbst vollkommen anerkennen, werden es auch andere tun.

Achtsamkeit

Na gut, es klingt etwas sprituell, aber es ist wirklich wichtig. Achtsamkeit bedeutet nur, im Hier und Jetzt zu leben. Und vor allem die Dinge so akzeptieren, wie sie gerade sind. Der Kopf bleibt aus, du wertest nicht, was gerade passiert – es passiert einfach. Du fühlst einfach nur die Situation.

Denn wir müssen ganz feinfühlig werden und den Fokus auf uns selbst legen. Viel zu schnell sind wir abgelenkt durch Handys, Fernseher oder Laptop. Allem voran die sozialen Medien. Doch für den Prozess ist diese Fähigkeit von Konzentration enorm wichtig.

Übe dich daher in Achtsamkeit. Versuche den Verlockungen von Handy, Internet und Fernsehen zu wiederstehen und kehre in deinem Bewusstsein immer wieder in diesen Moment zurück.

Schärfe deine Wahrnehmung für dich

Checke immer wieder, wie es dir gerade geht. Frage dich, was du fühlst, erkenne deine Auffassungen und Reaktionen, fokussiere dich auf deine Körperwahrnehmung.

Alles, was du wahrnimmst, ist dein Tor zum gegenwärtigen Moment. Die Fähigkeit im Moment zu sein ist für diesen Prozess von unschätzbarem Wert.

Letzte Worte zu diesem Artikel

Ich werde mit Sicherheit nochmal auf das Thema zurückkommen da es mir unglaublich am Herzen liegt. Vielleicht kann ich euch dann einige Tipps geben, welche mir geholfen haben.

Da ich zurzeit auf Reha bin, ist es nicht ganz so leicht, neue Artikel zu schreiben. Natürlich bin ich viel mit mir selbst beschäftigt – was auch absolut in Ordnung ist. Ich lege auch öfter das Handy auf die Seite, da ich die Ruhe absolut genieße. Mir wird hier immer öfter bewusst, wie schnelllebig unser Alltag ist. Wie wichtig das Internet und wie sehr man sich an all diese Dinge gewöhnt hat.

Umso wichtiger ist es mir, dass ich lerne solche Dinge loszulassen. Ich glaube, dass es ein ganz wichtiger Prozess ist, mich selbst kennen und lieben zu lerne. Es ist gut so, wie ich bin – und das muss ich mir verinnerlichen.

Ich versuche natürlich trotzdem, immer wieder Artikel zu schreiben, da mir das Schreiben unglaublich hilft. Vor allem merke ich, dass ich auch einigen von euch helfe. Ich werde in den nächsten Artikeln wieder mehr auf die Depression eingehen.

Bis dahin eine gute Zeit!

Eure Jessica

Hilfe holen

Wichtig ist, sich bei suizidalen Gedanken Hilfe zu suchen. Bitte scheut Euch nicht, Hilfe anzufordern. Jeder braucht mal Hilfe. Mit diesem Slogan wirbt auch die TelefonSeelsorge Deutschland. Bitte nehmt diesen Service wahr, wenn Ihr Gedanken habt, die nicht richtig erscheinen. Egal, wie verzweifelt Ihr seit, es gibt IMMER – absolut IMMER – einen Weg bzw. eine Alternative!

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