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Selbstfindung – wer bin ich?

Lange Zeit war mir nicht klar, wer ich bin und was ich will. Ich grübelte sehr viel, wie es bei mir weitergehen wird. Aber um mir diese Frage zu beantworten, musste ich erst in mich gehen und mich selbst finden. Doch wie habe ich das gemacht? Ich bekomme immer wieder Nachrichten, die mich sehr bewegen. Oft steht ihr selbst vor der großen Frage und wisst nicht weiter. Daher möchte ich euch meine Vorgehensweise zeigen und ich kann euch sagen – es funktioniert. Zumindest bei mir. Vielleicht müsst ihr die Tipps und Tricks etwas abändern, denn jeder ist individuell. Aber ich habe meinen Weg mit der Selbstfindung gefunden, wie ich meine Zukunft gestalten möchte und werde.

Voraussetzungen für deine Selbstfindung

Noch nie war es einfacher und schwieriger zugleich, sich selbst zu finden. Wir leben in einer Welt, in der wir nahezu über grenzenlose Möglichkeiten verfügen. Egal ob Beruf, Hobby oder Privatleben. Bei diesen Möglichkeiten muss doch für jeden etwas dabei sein, oder? Mit Sicherheit. Aber genau diese Voraussetzungen machen es uns nicht unbedingt einfacher. Schnell verläuft man sich und probiert tausende von Dingen aus, die dann doch nicht zu einem passen. Und dann ist die Verzweiflung groß.

Super, ich kann alles machen und werden. Aber wie finde ich das richtige für mich?

Die Antwort auf diese Frage hat viel mit Selbstreflexion zu tun. Du musst deine Wünsche, deine Träume, dein Können und deine Bedürfnisse kennen. Und selbstverständlich musst du auch deine realen Möglichkeiten kennen und dich mit diesen auseinandersetzen.

Eine kurze Erklärung zur Selbstreflexion

Da ich immer wieder von Selbstreflexion spreche, ist es vielleicht angebracht, dies nochmal in diesem Artikel aufzugreifen.

Mit der Selbstreflexion ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst zu hinterfragen und vor allem realistisch-kritisch zu betrachten. Das Ergebnis ist dann die Selbsterkenntnis. Beispielsweise geht es darum, herauszufinden, warum wir etwas tun. Und welche Gründe – diese können auch emotional sein – uns immer wieder antreiben. Folgende Fragen können beispielsweise ausgearbeitet werden:

  • Was kann ich gut, was eher nicht?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Welchen Anteil hatte ich an den Fehlern der Vergangenheit?
  • Welchen Anteil hatte ich aber auch an den Erfolgen der Vergangenheit?
  • Was fehlt mir im Leben? Und was kann ich tun, um es zu bekommen?

Natürlich hat die Selbstreflexion einerseits eine spirituelle Komponente: persönliches Wachstum. Die Selbstwahrnehmung hat aber auch ganz klare Vorteile für den Alltag. Es ermöglicht dir aus Fehlern zu lernen oder auf deine Ziele hinzuarbeiten. Also kann es auch die Basis für mehr Glück und Erfolg sein. Ich persönlich habe mich oft in den Zwängen der Außenwelt verloren. Das verhindert die Selbstreflexion ebenfalls. Denn es macht dich authentisch.

Desto mehr du dich selbst kennst, desto besser wirst du in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, die dir gut tun. Außerdem wirst du besser mit Konflikten umgehen können, da du weißt, was dich antreibt oder triggert.

Wie du die Selbstreflexion umsetzen kannst

Die Grundkenntnisse habe ich dir soweit erklärt. Aber wie setzt du es am besten um? Ich habe für mich drei Leitgedanken erarbeitet.

  1. Leitgedanke 1: Ich bin glücklich, erfüllt und zufrieden, wenn ich ein Leben führe, das zu meiner Persönlichkeit, zu meinen Stärken und Schwächen passt.
  2. Leitgedanke 2: Ich bin zufrieden, wenn meine persönlichen, individuellen Bedürfnisse erfüllt werden.
  3. Leitgedanke 3: Ich bin glücklich und zufrieden, wenn mein Leben eine Richtung hat.

Diese drei Gedanken müssen mehr oder weniger für mich erfüllt sein, damit ich mein Leben als vollständig und erfüllend erlebe. Deshalb ist die Selbstfindung für mich auch so wichtig – aber auch du solltest darüber nachdenken.

Mir ist durchaus bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe ist, denn dieser „Zustand“ ist nicht schnell zu erreichen. Es braucht Zeit und auch hin und wieder eine Sackgasse, damit du dir klar wirst, was du wirklich willst. Deshalb solltest du diese drei Leitgedanken auch eher als Ideal sehen, auf das du dich schrittweise zubewegst und zwar ohne den Anspruch, dieses Ideal jemals und für immer komplett zu erreichen.

Lass dich davon allerdings nicht verunsichern. Jeder Schritt, den du auf dieses Ideal zugehst, ist ein Gewinn für dich. Jeder einzelne dieser Schritte macht dein Leben besser.

Welche Kernfragen sollte ich mir stellen?

Aus diesen drei Leitgedanken kann ich mir wiederum drei Kernfragen erarbeiten. Diese lauten:

  1. Was sind meine tatsächlichen Bedürfnisse? Was brauche ich, um mich tatsächlich wohlzufühlen?
  2. Wie sieht meine tatsächliche Persönlichkeit aus? Wer bin ich? Was sind meine Stärken und Schwächen?
  3. Was ist eine gute Richtung für mein Leben? Und zwar eine Richtung, die sich für mich sinnvoll anfühlt – und die etwas mit meiner Persönlichkeit und Bedürfnissen zu tun hat.

Da diese Fragen alles andere als leicht sind, erkläre ich diese genauer.

Was sind meine Bedürfnisse?

Jeder Mensch hat persönliche grundlegende Bedürfnisse. Und diese sind sehr unterschiedlich. Daher solltest du wirklich tief in dich hineinhorchen. Denn die Befriedigung der Bedürfnisse ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass du ausgeglichen und zufrieden bist.

Folgende Übung kann ich dir empfehlen:

Was will ich nicht mehr?

Es ist oft einfacher zu sagen, was man nicht mehr will. Das ist bei den meisten Menschen so.

1. Schritt

Nimm dir ein Blatt Papier zur Hand und schreibe drei Dinge untereinander, die du in deinem Leben nicht mehr haben willst. Ein Beispiel wäre „Ich möchte nicht mehr in der hektischen Stadt leben.“

2. Schritt

Im nächsten Schritt gehst du diese drei Schritte durch und überlegst stattdessen: „Was will ich?“. Die Antwort schreibst du hinter das, was du nicht mehr willst. Um oben genanntes Beispiel weiterzuführen, könnte folgendes dahinter stehen: „Ich möchte stattdessen auf dem Land leben.“

3. Schritt

Tada. Und schon weißt du, was willst. Der nächste Schritt ist nun zu überlegen, welches grundsätzliches Bedürfnis hinter diesem Wunsch steckt.

Um dieses Bedürfnis dahinter finden, könntest du dich fragen: „Warum will ich das?“, du könntest dich aber auch fragen „Was verspreche ich mir davon?“. Und wieder schreibst du die Antwort hinter den jeweiligen Wunsch. Zum Beispiel: „Ich möchte nicht mehr in der hektischen Stadt leben. Stattdessen möchte ich auf dem Land leben. Weil ich das Bedürfnis nach Ruhe, Stille und Frieden habe.“

4. Schritt

Nun wird es etwas komplizierter. Frage dich im nächsten Schritt – und das bei jedem einzelnen deiner Bedürfnisse – was passieren, damit dieses Bedürfnis erfüllt wäre. Dies ist ein sehr wichtiger Schritt, damit diese in deinem Kopf nicht nur als Idee herumgeistern. Ein klares Bild deiner Bedürfnisse ist wichtig, denn nur so kannst du später gezielt dafür sorgen, dass diese erfüllt werden. Frage dich nun: „Was müsste passieren, damit dieses Bedürfnis erfüllt wird?“, und schreibe die Antwort hinter das jeweilige Bedürfnis.

Um wieder bei dem Beispiel zu bleiben könnte das Ganze so aussehen: „Ich möchte nicht mehr in der hektischen Stadt leben. Stattdessen möchte ich auf dem Land leben. Denn ich habe das Bedürfnis nach Ruhe, Stille und Frieden. Ich sollte also einen Ort im Alltag finden, an den ich mich zurückziehen und mich sicher fühlen kann.“

5. Schritt

Der letzte Schritt zu dieser Übung ist eine einfache und machbare Vorgehensweise zu finden, damit du deinen Bedürfnissen einen kleinen Schritt näher kommen kannst. Frage dich hierfür: „Was wäre der erste wichtige Schritt zum Ziel?“

Unserem Beispiel entsprechend wäre das: „Ich möchte nicht mehr in der hektischen Stadt leben. Stattdessen möchte ich auf dem Land leben. Denn ich habe das Bedürfnis nach Ruhe, Stille und Frieden. Ich sollte also einen Ort im Alltag finden, an den ich mich zurückziehen und mich sicher fühlen kann. Ich werde mir als ersten Schritt überlegen, wo dieser Ort sein könnte.“

Wer bin ich? Wie sieht meine Persönlichkeit aus?

Ich möchte mir ein Leben schaffen, dass im Einklang mit mir selbst ist. Also muss ich herausfinden, wer ich bin.

Auch hierfür habe ich eine kleine Übung gelernt, mit der ich im ersten Schritt meine Charaktereigenschaften etwas klarer benennen kann.

Quelle: Google
Druck dir dieses Bild am besten aus und bearbeite es entsprechend.

Mit dieser Datei habe ich gelernt, mich selbst einzuschätzen. Am Besten druckst du dieses Bild zweimal aus und gibst es einer/einem Freund oder Bekannten, damit du eine Fremdeinschätzung bekommst. So kannst du abgleichen, in wie weit du dich selbst richtig eingeschätzt hast.

Natürlich kann man auch aus unseren Bedürfnissen unsere Persönlichkeitsmerkmale schließen. Man könnte aufgrund unserem Beispiel daraus schließen, dass die Person eher introvertiert ist. Schließlich kann sie/er ihre/seine Energie eher aus sich selbst ziehen und kann somit auf andere Menschen verzichten.

Was ist eine gute Richtung für mein Leben?

In diesem Abschnitt geht es um die Frage, wohin ich mein Leben lenken möchte. Es geht um meine Ziele, meine Wünsche, meine Leidenschaften und irgendwann vielleicht auch um den Beitrag, den ich zum großen Ganzen leisten kann.

Wenn du die ersten beiden Fragen bereits beantworten konntest, wird die Richtung schon etwas klarer. Denn wenn du weißt, wer du bist und welche Bedürfnisse du hast, weißt du wahrscheinlich auch schon, wohin du willst.

Die Richtung im Leben hat sehr oft etwas mit unseren Werten zu tun. Unsere Werte sind die ausschlaggebenden Dinge, die uns wichtig und unverzichtbar im Leben sind. Frage dich folgende Fragen, um deinen Werten auf die Spur zu kommen:

  • Ohne was möchte ich nicht leben?
  • Worum würde ich kämpfen, wenn es bedroht ist?
  • Wovon braucht die Welt mehr?
Quelle: Google

Diese Werte-Liste kannst du gerne als Inspiration für dich nutzen, um auf neue Ideen zu kommen.

Eine kleine Übung zu Werten

1. Schritt

Die obigen Fragen kannst du beantworten. Nutze die Werte-Liste gerne als Hilfe. Wenn du die Werte durch die Fragen gefunden hast, schreibe sie am besten auf ein Blatt Papier.

2. Schritt

Im nächsten Schritt fragst du dich „Was kann ich tun, um meine Werte mehr zu leben?“. Schreibe die Antwort dahinter.

Ein Beispiel könnte sein: „Man könnte sich noch mehr um die Nachhaltigkeit kümmern. Umweltschutz und die Nachhaltigkeit sind mir wichtig. Ich werde mich einer Umweltschutzorganisation anschließen und für die Umwelt und deren Nachhaltigkeit kämpfen.“

Mit diesen Werten ergibt sich automatisch eine Richtung für dein Leben. Diese ist nicht beliebig oder willkürlich. Diese Richtung kommt aus deinem Inneren, was dir wirklich wichtig ist.

Letzte Worte zu diesem Artikel

Beachte bitte, dass meine Ausführungen nur ein Beispiel an der Vorgehensweise der Selbstfindung ist. Dieser Artikel wurde recherchiert und haben mir selbst geholfen, mich zu finden. Aufgrund dieser Schritte konnte ich meine Zukunft planen und ich habe einen Leitfaden gefunden.

Ich bitte zu beachten, dass ich diese Punkte mit meiner Psychologin ausgearbeitet habe und dies keine Garantie für Erfolg ist. Mir hat es geholfen und ich hoffe, euch hilft es ebenfalls. Die Selbstfindung ist kein einfacher und schneller Weg, es dauert. Dies kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Viele Male habe ich mich in einer Idee verrannt. Es ist also eine stetige Aufgabe, die es immer wieder zu überprüfen gilt.

Zudem ist mir aufgefallen, dass dies mein längster Artikel ist. Ich hoffe, er gefällt euch und ihr könnt einige Ideen aus diesem Artikel mitnehmen. Schreibt mir dazu gerne.

Um euch noch ganz kurz zu meiner jetzigen Situation auf dem Laufenden zu halten: Ich hatte ein Gespräch mit der Krankenkasse. Meinen weiteren Weg habe ich bereits mit ihnen abgestimmt, in 14 Tagen werde ich meinen Arzt darüber informieren. Leider kann ich noch nicht konkreter werden, ich hoffe, ihr verzeiht mir das. Aber ihr werdet es verstehen, wenn es so weit ist.

Und bis dahin wünsche ich euch alles gute und bleibt gesund.

Eure Jessica

Hilfe holen

Wichtig ist, sich bei suizidalen Gedanken Hilfe zu suchen. Bitte scheut Euch nicht, Hilfe anzufordern. Jeder braucht mal Hilfe. Mit diesem Slogan wirbt auch die TelefonSeelsorge Deutschland. Bitte nehmt diesen Service wahr, wenn Ihr Gedanken habt, die nicht richtig erscheinen. Egal, wie verzweifelt Ihr seit, es gibt IMMER – absolut IMMER – einen Weg bzw. eine Alternative!

Telefonnummer der TelefonSeelsorge Deutschland:
0800/111 0 111
0800/111 0 222
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https://www.telefonseelsorge.de/
Auf der Website könnt Ihr euch auch schriftlich mitteilen oder einen Standort in Eurer Nähe suchen.

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